01.02.2013

Google, Facebook & Co.


Wir modernen Menschen neigen dazu, uns dem digitalen Kollektiv zu fügen und uns kleiner zu machen als wir sind. Die Sehnsucht nach Kontakten und Anerkennung verleitet uns dazu, uns unter Wert zu verkaufen.

Wie sehr sich die Internet-Kultur seit der Jahrtausendwende verändert hat, wird einem bewusst, wenn man in die 90er Jahre zurückblickt. In dieser Frühphase des Netzes verwendeten die Menschen viel Zeit und Mühe darauf, ihre persönliche, ganz individuelle Homepage zu gestalten und sich kreativ in Szene zu setzen. Stolze Selbstdarstellung war angesagt! Diese Phase der bunten Vielfalt ist mittlerweile einer eintönigen Uniformiertheit gewichen. Ob bei Facebook, studiVZ oder Xing, überall wird der Internet-Nutzer zu einem Multiple-Choice-Wesen degradiert. Standardisierte Persönlichkeitsprofile haben die ursprüngliche Vielfalt des persönlichen Ausdrucks ersetzt…Tat-sächlich zeigt sich hier ein merkwürdiges Paradox. Während wir jegliche Art von Bevormundung seitens des Staates und der Kirche energisch ablehen, lassen wir uns von Google, Facebook & Co. bereitwillig durchleuchten, manipulieren und in Schablonen pressen.  akademische-blaetter.de

1989 gilt als die Geburtsstunde des Internets. Mehr als zwanzig Jahre später wirft Jaron Lanier, einer der Internet-Pioniere, einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Netzkultur seit der Jahrtausendwende - und macht sich damit nicht nur Freunde in der Cybergemeinde.